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Symposium zur Zukunft der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf, 2. April 2025 – Unter dem Titel „Im Dienst des Gemeinwohls – die künftige Rolle der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen im Sozialstaat“ fand heute ein Symposium der Freien Wohlfahrtspflege NRW in den Rheinterrassen Düsseldorf statt. Rund 80 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutierten über die Herausforderungen und Perspektiven der Freien Wohlfahrtspflege.

Schirmherr der Veranstaltung war der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen, André Kuper MdL. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW begrüßte unter anderem den Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann MdL, sowie den Vorsitzenden des Landtagausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Josef Neumann, der in Vertretung für André Kuper die Teilnehmenden begrüßte. Impulse gaben außerdem Prof. Dr. Isabelle-Christine Panreck (Katholische Hochschule NRW) und Prof. Dr. Katrin Schneiders (Hochschule Koblenz).

Zwischen Verantwortung und Herausforderungen: Die Freie Wohlfahrtspflege im Fokus

Josef Neumann MdL stellte in seinem Grußwort zentrale Fragen zur Zukunft des Sozialstaats: „Wie geht es weiter mit einer Gesellschaft, die politisch und sozial tief gespalten ist? Wie können wir auch unter schwierigen wirtschaftlichen, politischen und finanziellen Bedingungen das Prinzip der Sozialstaatlichkeit garantieren?“ Er betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Demokratie für den Schutz der Menschenwürde und die zentrale Rolle der Freien Wohlfahrtspflege NRW als „Garant dafür, dass das Prinzip der Sozialstaatlichkeit gewahrt bleibt.“ Es sei Aufgabe des Parlaments, gemeinsam mit der Freien Wohlfahrtspflege zu diskutieren: „Wir werden streiten, wir werden unterschiedliche Auffassungen haben. Doch es kommt darauf an, weiter über Argumente zu streiten, anstatt festzulegen, was sein muss. Genau deshalb ist dieses Symposium so wichtig, um diesen Dialog zu führen.“

Hartmut Krabs-Höhler, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW, betonte in seinem Vortrag die essenzielle Bedeutung der Freien Wohlfahrtspflege für den Sozialstaat und verwies auf das Subsidiaritätsprinzip als tragendes Element der sozialen Daseinsvorsorge: „Die Freie Wohlfahrtspflege ist das Fundament unseres Sozialstaates. Unsere Träger leisten unverzichtbare Arbeit in der Altenpflege, der Kinderbetreuung, der Behindertenhilfe und in der Integration von Zugewanderten. Doch diese Leistungen sind nicht selbstverständlich – sie brauchen stabile Rahmenbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung.“

Minister Karl-Josef Laumann MdL sprach in seiner Rede über die Zukunft der Freien Wohlfahrtspflege, Herausforderungen und Lösungswege. Er betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Verständnisses darüber, wie der Sozialstaat organisiert und weiterentwickelt werden soll: „Das wird nur funktionieren, wenn beide Seiten sich auch in die Rolle der anderen hineinversetzen.“ Ein zentrales Anliegen sei die wirtschaftliche Stabilität als Grundlage für die Finanzierung des Sozialstaats: „Wir müssen alles daransetzen, unsere wirtschaftliche Stärke zurückzugewinnen.“ Gleichzeitig verwies Laumann auf die demografischen Veränderungen und den steigenden Fachkräftebedarf im sozialen Sektor: „Wir brauchen Zuwanderung – auch für den Arbeitsmarkt der sozialen Berufe. Es ist wichtig, mit den Wohlfahrtsverbänden zu klären, welche Qualifikationen wir von Menschen erwarten, die in diesen Bereich einsteigen.“ Ein weiteres Problem sieht Laumann in der zunehmenden Bürokratie. Letztlich könne der Sozialstaat nur funktionieren, wenn sich das Verhältnis zwischen Staat und Wohlfahrtspflege von einer „Misstrauenskultur“ hin zu einer „Vertrauenskultur“ entwickle: „Die überbordende Dokumentation frisst zu viel Zeit und Energie – und sie macht schlechte Laune. Die Menschen in sozialen Berufen wollen mit Menschen arbeiten, nicht mit Bürokratie.“ Eine mutigere Herangehensweise mit weniger Kontrolle und mehr Vertrauen könne hier neue Ressourcen freisetzen.

Erkenntnisse und Perspektiven

In einem World Café-Format hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich intensiv mit drei zentralen Themenfeldern auseinanderzusetzen: der Rolle der Freien Wohlfahrtspflege im Sozialstaat, innovativen Ansätzen in der Praxis sowie der Perspektive der Nutzenden. 

Das Symposium verdeutlichte die zentrale Rolle der Freien Wohlfahrtspflege im Sozialstaat und die Notwendigkeit, ihre Strukturen nachhaltig zu stärken. Ein besonderes Anliegen der Veranstaltung war zudem der kreative und offene Austausch zwischen politischen Akteuren und Wohlfahrtsverbände. Durch den Dialog wurde gegenseitiges Verständnis gefördert, um tragfähige Lösungen für die Zukunft der sozialen Daseinsvorsorge zu entwickeln. 

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW wird die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um ihre Arbeit weiterhin aktiv mitzugestalten und gemeinsam mit der Politik die soziale Infrastruktur für kommende Herausforderungen zu rüsten.


Weiterführende Informationen

Video zum Symposium am 02.04.2025 (→Link zu YouTube)

Graphic Recording: Marie Jacobi (visualrecording.de)

 

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