Damit Pflege eine Perspektive hat - heute die Weichen für morgen stellen

Köln/Dortmund, 27.10.2016

Ca.60 Fachkräfte der Freien Wohlfahrtspflege kamen am Mittwoch, den 26.Oktober zu einem fachlichen Austausch über die Perspektiven der Pflegeausbildung ins Dietrich Keuning Haus nach Dortmund. Gemeinsam mit Referenten aus Politik, Wissenschaft und Verbänden wurde über eine sachgerechte Finanzierung der Pflegeausbildung, den Theorie-Praxis-Transfer in der Ausbildung und eine Akademisierung der Pflege diskutiert.   
 
Politik und Freie Wohlfahrtspflege sind sich einig, dass der Gesetzesentwurf zum neuen Pflegeberufegesetz dringend angepasst werden muss. Helmut Watzlawik vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW, fokussierte in seinem Redebeitrag insbesondere die nordrheinwestfälische Perspektive. Kritikpunkte sieht das Land NRW, so Watzlawik, im vom Bund vorgegebenen Zeitplan, in der noch fraglichen Kostenentwicklung des Gesetzes wie auch in  verfassungsrechtlichen Bedenken, die sich aus einem vom Land NRW in Auftrag gegebenen Gutachten ergaben. Im Anschluss stellte Annette Noll von der Krankenhausgesellschaft NRW stellte die gegenwärtige Finanzierung der Gesundheits- und Krankenpflege- bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung vor, die bereits eine Umlagefinanzierung über einen Ausgleichsfonds vorsieht.  
Weitere Themen waren die Entwicklungen und Bedingungen der Ausbildung im Bereich der Pflege- und Gesundheitsberufe sowie die Einsatzmöglichkeiten der Absolventen Pflegefachfrau/Pflegefachmann mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts, Bachelor of Science, evtl. Bachelor of Nursing in der Pflege. Wo diese neue Berufsgruppe zukünftig zuzuordnen ist und welche Kompetenzen sie mitbringt wurde breit diskutiert. Als Positivbeispiel stellte Kerstin Schönlau das Konzept für die praktische  Altenpflegeausbildung im Diakonischen Werk Bottrop vor.  

Oliver Baiocco, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Bildung der Freien Wohlfahrtspflege NRW stellt abschließend fest: „Der schon jetzt in manchen Bereichen festgestellte Engpass an Fachkräften wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, wenn nicht rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege haben daher in den letzten Jahren mit ihren Trägern und Einrichtungen einen wichtigen Beitrag dafür geleistet, dass z. B. die Anzahl der Plätze in der Altenpflegeausbildung in einem wesentlichen Maße gesteigert werden konnte. Auch diese Fachtagung gab Anregung und Möglichkeit die Weichen für morgen zu stellen.“